Zusammenfassungen der Artikel
Die Einwanderung ist nicht mehr, was sie einmal war... Yves ChassardDie geographische Alterung Frankreichs wird keinen globalen Arbeitskräftebedarf erzeugen, da es möglich sein wird, den leichten Rückgang der aktiven Bevölkerung durch eine Erhöhung der Beschäftigungsrate zu kompensieren. Eine Intensivierung der Einwanderung lässt sich folglich auf makroökonomischer Grundlage nicht rechtfertigen, zumal ihr Einfluss auf das Gleichgewicht des Sozialsystems geringfügig wäre. Hingegen gibt es in bestimmten Bereichen und für bestimmte Berufsgruppen einen gezielten Arbeitskräftebedarf. Die herkömmliche Einwanderung, bei der Ausländer ins Land geholt werden, um diejenigen Arbeitsplätze zu belegen, vor denen sich die Franzosen drücken, ist keine dauerhafte Lösung für diese Einstellungsprobleme. Im Gegensatz dazu muss alles daran gesetzt werden, damit sich die Population, die sich im Rahmen der Familieneinwanderung oder des Asylrechts dauerhaft in Frankreich niederlässt, beruflich integrieren kann und an der Wirtschaftsentwicklung des Landes beteiligt wird. Mittelfristig wird eine qualifizierte oder gar hoch qualifizierte Einwanderung angestrebt. In diesem Rahmen ist Frankreich gezwungen, sich von einer attraktiven Seite zu zeigen, da der Wettbewerb zwischen den OECD-Ländern zunimmt. Eine besondere Anstrengung gebührt der Anziehung ausländischer Studenten und der Diversifizierung ihrer Anwerdbung.
Einfluss der Migrationsbewegungen auf das Wachstum und den Arbeitsmarkt in den Ankunfts- und Aufnahmeländern Manon Domingues Dos SantosDie internationale Migration qualifizierter Arbeitskräfte hat im Verlauf des letzten Jahrzehnts erheblich zugenommen. Dieser Beitrag geht auf die Ursachen und Folgen dieses Phänomens für die Ausgangs- und Aufnahmeländer ein, um auf dieser Grundlage einige normative Vorschläge zu erarbeiten. Die Rolle von selektiver Abwanderungspolitiken bei der Intensivierung dieses Phänomens spielen soll besonders unterstrichen werden. Es kann ferner erklärt werden, warum der Brain-drain-Effekt sowohl für das Ursprungsland als auch für das Aufnahmeland auf Dauer nachteilige Folgen haben kann. Anschließend wird erlaütert, inwiefern eine internationale Zusammenarbeit zur Förderung des Verkehrs der Eliten und zur Kanalisierung des Transfers der von den Umsiedlern eingenommenen Mittel einen gegenseitigen Nutzen bringen kann, zumal die Europäische Union die Befähigung und die Mittel besitzt, einen solchen Prozess einzuleiten.
Internationale Mobilität und Anwerbung von Studenten und Forschern Mohamed Harfi, Claude MathieuDie internationale Mobilität von Studenten und Forschern wirkt heute mehr denn je als Instrument zum Ausgleich der nationalen Arbeitsmärkte. Auf der Grundlage strategischer Überlegungen haben unterschiedliche Staaten bereits Systeme eingerichtet oder den Ausbau von Systemen geplant, um „ein Kontingent“ wissenschaftlicher und technischer Arbeitnehmer zu bilden, anzuziehen und zu binden. Aber die internationale Mobilität ist auch Vektor des Austauschs von Wissen und der Bereicherung der Individuen. Sie ist für hervorragende wissenschaftliche Leistungen unerlässlich, die Wechselbeziehungen zwischen Forschern auf internationaler Ebene und deren Einbindung in internationale Forschungsnetzwerke erforderlich machen. Darüber hinaus gewährleistet sie die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Bildungseinrichtungen und öffentlichen oder privaten Forschungslabors, die mehr denn je im Zuge internationaler Klassifizierungen bewertet wird. Angesichts dieser Herausforderungen trifft die internationale Mobilität auf ein zunehmendes Interesse und auf eine wachsende Beunruhigung über die Bedeutung des Brain-Drain-Effekts bei den öffentlichen Entscheidungsträgern und in den Medien. Dieser Artikel, der auf diese Herausforderungen eingeht, analysiert die Tendenzen und Strukturen der internationalen Mobilität von Studenten und Forschern in Frankreich und im Ausland. Darüber hinaus beinhaltet er Empfehlungen, um mit der internationalen Mobilität eine Hebelwirkung im Interesse der Entwicklung des nationalen Forschungs-, Innovations- und Verbesserungspotentials des französischen Hochschulsystems zu erzielen.
Mobilität der Haushalte versus Mobilität der Unternehmen: neue Handlungsspielräume für die strategische Aktion des Staates im Interesse der Regionen El Mouhoub MouhoudDieser Artikel widmet sich einer Reflexion über öffentliche Maßnahmen zur Begleitung, Orientierung und Regulierung der regionalen Veränderungen und Differenzierungen im Zeichen der Globalisierung. De Herausforderungen für den Staat sind immens, da neben den großen Ballungsgebieten Regionen mit einem eher trägen Arbeitsmarkt zu finden sind: In einem Kontext der Alterung der Bevölkerung und einer geringen Mobilität bestimmter Arbeitnehmerkategorien, Gebiete stehen vor einem Risiko von Arbeitskräftemangel in den dynamischen Regionen und zur Erhöhung der Arbeitslosenrate in den prekären Arbeitsmarktregionen. Effizienz (der Polarisierung) und soziale Gerechtigkeit schließen sich nicht gezwungenermaßen aus, und der Eingriff zugunsten der Territorien darf sich nicht nur auf das Register des Ausgleichs durch soziale Umverteilung beschränken, da die Politik zur Verringerung der territorialen Ungleichheiten in manchen Fällen dem Allgemeinwohl dienlich sein kann. Darüber hinaus erschließen sich durch die Berücksichtigung neuer Trends zur Förderung der Autonomie bei der Ansiedelung der Haushalte neue Möglichkeiten für die Regionalpolitik. Es werden drei strategische Orientierungslinien der Maßnahmen des Staates im Interesse der Regionen vorgeschlagen: die Strategie Métropolaire, die Strategie Lissabon+ und die Strategie des produktiven Wohnens. Letztere privilegiert eine langfristige Politik der Ansiedlung der Haushalte in Wohnterritorien, die sich einem nachhaltigen Entwicklungsziel der Territorien verschreiben.
Abhängige ältere Menschen: im Interesse der Förderung der freien Wahl Stéphane Le BoulerNach Vorlage eines ersten Berichts über eine Schätzung der Anzahl der Altenpflegeheimplätze (EHPAD) im Juli 2005 hat der beigeordnete Minister für ältere Menschen das Centre d’analyse stratégique (Zentrum für strategische Analyse) beauftragt, die Studie eines ausgeglichenen Szenarios der Übernahme rund um sechs Achsen zu vertiefen: optimale Aufteilung der unterschiedlichen Arten von Heimplätzen und Verteilung der Ressourcen, Anzahl der für die Jahre 2010, 2015 und 2025 einzuplanenden Plätze; umzusetzende Politiken zum Zwecke der Entwicklung dieser breit gefächerten Palette, Bewertung der entsprechenden Kosten, territorialer Ausgleich, Koordinierung mit dem Gesundheitswesen in der Stadt und im Krankenhaus. Als Antwort auf den Auftrag des Ministers schlägt der Bericht eine globale Strategie vor, die sich auf einige Kernprinzipien stützt: So der Vorzug, der der Heimbetreuung und dem Empfang in einem gewohnten Milieu eingeräumt wird, die Förderung von Innovationen, die qualitative Stärkung der Heimübernahme, die gerechte Kostenverteilung zwischen öffentlichen Trägern und Benutzern, die Entwicklung innovativer Regulierungsmechanismen zum Zwecke der Förderung der Leistung und einer besseren territorialen Unterstützung.
Ethnologische Untersuchung über Altenheime Sébastien DoutreligneDie unumgänglichen wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Alterung der Bevölkerung fokussieren im wachsenden Maße die Aufmerksamkeit insbesondere der Forscher im Bereich der Gesellschafts- und Sozialwissenschaften. Erstmals in Frankreich haben sich drei Ethnologen während sechs Monaten in Altenpflegeheimen (EHPAD) niedergelassen, um die Kenntnisse über die üblichen Arbeitsbedingungen und die Situation zum Lebensende innerhalb dieser Einrichtungen zu vertiefen. Die durchgeführten Arbeiten ergänzen die Beobachtungen und Empfehlungen, die im Rahmen der vom Generalsekretariat für Planung eingeleiteten und unter der Schirmherrschaft des Centre d’analyse stratégique (Zentrum für strategische Analyse) weitergeführten Mission „Prospective des équipements et services pour les personnes âgées dépendantes“ (Prospektive Studie der Ausstattungen und Leistungen für pflegebedürftige ältere Menschen) gemacht wurden. Die bestmögliche Erfassung der Kontexte und Aktionsstrategien sowohl der Belegschaft als auch der Anspruchsberechtigten zielt darauf ab, eine wirksame Hilfe bei der Anpassung der öffentlichen Politik zu bieten.
Wissen und staatliche Aktion: eine Vernunftehe? Der Beruf im Bau Stéphane CadiouDieser Artikel nutzt die Gelegenheit zur Gründung des Centre d’analyse stratégique (Zentrum für strategische Analyse) um sich über die Richtung, in welche sich das Fachwissen bewegt und die Entwicklungen, die es beeinflussen zu befragen. Anhand der Literatur geht er von der Diskrepanz zwischen dem wachsenden Echo, auf das dieser Begriff stößt, und den Ungewissheiten, die seine Definition umgeben, aus. Das Fachwissen reflektiert eine Schnittstellenfunktion, die gleichzeitig die Bedingung für seine Vielfalt und Anfälligkeit darstellt. Aus dieser Sicht ermöglicht der Vergleich unterschiedlicher politischer Freiräume die Erfassung der Formen und Gepflogenheiten des Fachwissens. Andererseits belegt er die Besonderheit der französischen Situation, wenngleich diese mehr und mehr von Tendenzen geprägt wird, die die Umgehung der herkömmlichen Verwaltungsmodalitäten zur Mobilisierung des Fachwissens ermöglichen.
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